Der Caravan Park Sexten liegt auf rund 1.520 Metern Höhe inmitten der Sextner Dolomiten und ist als ganzjährig geöffneter Fünf-Sterne-Campingplatz auch im Winter stark auf einen verlässlichen technischen Betrieb angewiesen. Für die Stromfernauslesung hatte der Betreiber zuvor bereits verschiedene Systeme getestet, darunter auch funkbasierte Lösungen. Im täglichen Betrieb überzeugten sie jedoch nicht. Beim neuen Anlauf war deshalb eine Vorgabe besonders wichtig: Die Übertragung sollte konsequent kabelgebunden erfolgen. Funk wäre einfacher zu installieren gewesen, kam nach den bisherigen Erfahrungen aber nicht mehr infrage.
Einfach war die kabelgebundene Nachrüstung nicht: Die bestehenden Stromsäulen stammten aus unterschiedlichen Ausbaustufen, waren verschieden aufgebaut und boten teilweise nur sehr wenig Platz für zusätzliche Zähler und Steuermodule. Auch das vorhandene Leerrohrnetz passte nicht überall zu einer linienförmigen BUS-Verkabelung, bei der mehrere Säulen nacheinander miteinander verbunden werden. Neue Trassen konnten nicht gegraben werden, denn die Arbeiten fanden während einer kurzen Betriebspause mitten im Winter statt. Stellenweise lagen rund 1,5 Meter Schnee, der Fertigstellungstermin stand dennoch fest. Für insgesamt 116 bestehende Versorgungssäulen lieferten wir deshalb passend vorbereitete und vorkonfigurierte Einbausätze für jeweils bis zu vier Steckdosen. Ein örtlicher Elektrofachbetrieb montierte die Einbausätze in den Säulen; insgesamt wurden 307 Stromanschlüsse mit digitalen Zählern und HVIO4-Steuermodulen ausgestattet.
CampConcept plante die BUS-Struktur und schuf gleichzeitig eine eigene Netzwerkinfrastruktur für die Fernauslesung. Mehr als vier Kilometer BUS-Kabel verbinden die Steuermodule in den Stromsäulen mit zwölf dezentralen Konzentrator-Stationen. Dort werden die Fernauslese-Daten in Netzwerkdaten übersetzt. Für deren Anbindung bauten wir ein eigenständiges GPON-Glasfasernetz, das vollständig unabhängig vom Gäste-WLAN und der übrigen lokalen IT arbeitet. GPON ermöglicht es, mehrere weit auseinanderliegende Stationen über ein gemeinsames optisches Netz anzubinden. Wir verlegten die Mikrorohre in den nutzbaren vorhandenen Trassen, jetteten die Glasfaserkabel ein, stellten die Glasfaseranschlüsse her und banden die Konzentrator-Module an. Damit erhielt die Stromfernauslesung eine klar abgegrenzte Datenverbindung, die nicht von der Auslastung oder Verfügbarkeit des Gäste-WLANs abhängt.
Heute verbindet die Schnittstelle CTOOLS mit der ASA Hotelsoftware. Beim Check-in ordnet die Rezeption dem Aufenthalt den gebuchten Stellplatz zu, liest den Anfangszählerstand ein und schaltet den zugehörigen Stromanschluss frei. Während des Aufenthalts stehen Zählerstand und Verbrauch zentral zur Verfügung. Beim Check-out wird der Endstand übernommen, der tatsächliche Stromverbrauch dem Gast zugeordnet und die Steckdose wieder abgeschaltet. Die Mitarbeiter müssen dafür weder einzelne Säulen aufsuchen noch Werte von Hand übertragen. Gleichzeitig erkennt der Betreiber schneller, wenn ein Kanal keine Daten liefert oder ein Anschluss nicht wie vorgesehen reagiert. Die kabelgebundene Stromfernauslesung auf dem Campingplatz vereinfacht damit nicht nur die Abrechnung, sondern schafft auch eine verlässliche Übersicht über 307 fernablesbare und fernschaltbare Stromanschlüsse – im Sommer ebenso wie im Winter.
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