Am Seecamping Mentl am Ossiacher See war bereits eine Photovoltaikanlage vorhanden. Im Jahr 2024 sollte die eigene Stromerzeugung erweitert und gleichzeitig ein bislang ungelöstes Risiko beseitigt werden: Bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes standen auch wichtige Betriebsbereiche des Campingplatzes ohne Energieversorgung da.
Betroffen waren das Sanitärgebäude, die Rezeption, das Wohngebäude und die Ferienwohnungen. Neben den unmittelbaren Einschränkungen für Gäste und Mitarbeitende bestand insbesondere in der kalten Jahreszeit die Gefahr von Frostschäden an Gebäuden und technischen Anlagen. Ziel war deshalb eine Lösung, die Solarstrom erzeugt und speichert, bei einem Netzausfall aber auch automatisch und ohne spürbare Unterbrechung die Versorgung übernimmt.
CampConcept übernahm die technische Planung, Lieferung, Montage und Inbetriebnahme der neuen Energieanlage. Die bestehende Photovoltaikanlage wurde um 58 Solarmodule erweitert. Ein Batteriespeicher mit insgesamt 100 kWh Kapazität nimmt überschüssige Solarenergie auf und stellt sie später wieder für den laufenden Betrieb bereit.
Im Normalbetrieb versorgt die Photovoltaikanlage zunächst die aktuell laufenden Verbraucher. Überschüssige Energie wird im Speicher zwischengespeichert, anstatt unmittelbar in das öffentliche Netz eingespeist zu werden. Steigt der Verbrauch oder erzeugt die Photovoltaikanlage weniger Energie, stellt der Speicher die zuvor gespeicherte Energie wieder zur Verfügung.
Dadurch nutzt der Campingplatz einen deutlich höheren Anteil des selbst erzeugten Solarstroms direkt vor Ort. Der Bezug aus dem öffentlichen Netz und damit auch die laufenden Stromkosten sinken.
Die wichtigen Betriebsbereiche sind dauerhaft über die Backup-Ausgänge der Hybrid-Wechselrichter versorgt. Fällt das öffentliche Netz aus, übernimmt der Batteriespeicher automatisch. Sanitärgebäude, Rezeption, Wohngebäude und Ferienwohnungen laufen ohne manuelle Umschaltung weiter.
Der Speicher überbrückt den Netzausfall unmittelbar. Gleichzeitig kann die Photovoltaikanlage weiterhin Energie erzeugen und die angeschlossenen Verbraucher sowie den Batteriespeicher versorgen. Damit steht nicht nur eine kurzfristige Überbrückung zur Verfügung. Abhängig von Verbrauch, Wetter und verfügbarer Solarleistung kann die Anlage den Betrieb auch über einen längeren Zeitraum unterstützen.
Eine manuelle Umschaltung ist nur für einen technischen Störungsfall vorgesehen. Sollten die Wechselrichter selbst ausfallen, kann die Anlage auf einen reinen Betrieb über das öffentliche Netz umgeschaltet werden. Im regulären Betrieb ist dieser Eingriff nicht erforderlich.
Bei der Inbetriebnahme wurde der Betrieb ohne öffentliches Stromnetz praktisch getestet. Die angeschlossenen Bereiche wurden dabei wie vorgesehen automatisch aus Photovoltaikanlage und Batteriespeicher weiter versorgt.
Mit der Erweiterung entstand ein gemeinsames Energiesystem, das drei Aufgaben verbindet: Die zusätzlichen Solarmodule erzeugen mehr eigenen Strom, der 100-kWh-Speicher erhöht den Eigenverbrauch, und die automatische Umschaltung schützt wichtige Betriebsbereiche vor den Folgen eines Netzausfalls.
Für den Seecamping Mentl bedeutet das niedrigere laufende Stromkosten, eine bessere Nutzung der eigenen Photovoltaikenergie und mehr Betriebssicherheit. Sanitärgebäude, Rezeption, Wohngebäude und Ferienwohnungen bleiben auch dann versorgt, wenn das öffentliche Stromnetz vorübergehend nicht verfügbar ist.
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