Das Freizeitgelände Ahlemeyer bei Höxter liegt direkt an der Weser und erstreckt sich über fast 50 Hektar rund um mehrere Seen, die aus ehemaligen Kiesgruben entstanden sind. Viele Stellplätze befinden sich unmittelbar am Wasser. Im Jahr 2023 wurde ein neuer Platzbereich erschlossen, der zuvor ausschließlich aus Wiesen bestand. Mit Blick auf die Landesgartenschau Höxter nutzte das Team den Zeitpunkt, um diesen Bereich gemeinsam mit einer neuen Sanitäranlage vollständig auszubauen. Für die Stromversorgung bedeutete das: lange Leitungswege über ein weitläufiges Gelände und gleichzeitig eine Technik, die sich bei kurzfristig steigendem Hochwasser schnell sichern lässt.
Für die elektrische Erschließung wurden neue, passend dimensionierte Zuleitungen verlegt. Damit ließ sich die Versorgung auch über größere Entfernungen mit ausreichender Anschlussleistung und kontrolliertem Spannungsfall aufbauen. Wir lieferten und installierten die benötigten Hauptverteiler sowie 50 CTOWER-Stromversorgungssäulen mit insgesamt 100 Stellplatzanschlüssen. Jeder Anschluss ist einzeln abgesichert, fernschaltbar und mit einem eigenen Stromzähler ausgestattet. Die Verbräuche stehen zentral zur Verfügung, lassen sich den jeweiligen Aufenthalten zuordnen und direkt abrechnen.
Auf dem neuen Platzbereich liegen zwischen den entferntesten CTOWER und den beiden Gateways Funkstrecken von bis zu einem Kilometer. Jeder CTOWER kommuniziert dabei direkt mit dem ihm zugeordneten Gateway. Die Übertragung ist deshalb nicht davon abhängig, dass benachbarte Säulen eingeschaltet bleiben und Daten als Zwischenstation weiterleiten. Bei einem bereits vorhandenen Mesh-System waren zuvor unter anderem Zählerstände ausgeblieben, einzelne Säulen zeitweise nicht erreichbar und Schaltbefehle verzögert angekommen. Wurden Platzbereiche abgeschaltet, konnten außerdem Teile der Funkverbindung unterbrochen werden. Die direkte LoRa-Kommunikation vermeidet diese Kettenabhängigkeit und passt damit besonders gut zu dem flachen, weitläufigen Gelände mit Bäumen, Campingfahrzeugen und großen Abständen.
Für die regelmäßigen Überschwemmungen an der Weser ist vor allem der zweiteilige Aufbau des CTOWER entscheidend. Nach dem Öffnen der rückseitigen Servicetür wird eine Steckverbindung gelöst, anschließend lässt sich das komplette Oberteil mit Lichtkopf, Sicherungen, Stromzählern und Fernauslesung innerhalb von ein bis zwei Minuten vom fest angeschlossenen Sockel abziehen. Der Sockel bleibt mit einer Abdeckung auf dem Stellplatz zurück. Die Oberteile werden in spezielle Carrier auf einem Anhänger gestellt und gemeinsam in einen hochwasserfreien Bereich gebracht. So verbindet die neue Stromversorgung zuverlässige Fernauslesung über große Entfernungen mit einem praktisch umsetzbaren Hochwasserkonzept.
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