Der Reisemobilstellplatz von Camping Miller in Roßhaupten war bereits mit einer Schranke, einem Kassenautomaten und RFID-Karten ausgestattet. Für die Gäste blieb die Anreise dennoch umständlich: Vor der Einfahrt mussten sie ihr Fahrzeug verlassen, am Automaten die Aufenthaltsdauer und den Stellplatz festlegen, die Gästeregistrierung ausfüllen und den Aufenthalt im Voraus bezahlen. Wollten sie später verlängern oder zusätzliches Stromguthaben buchen, mussten sie erneut zum Kassenautomaten gehen.
Auch für Camping Miller verursachte die bestehende Anlage regelmäßig Aufwand. Der Kassenautomat arbeitete unzuverlässig und musste mehrmals täglich direkt vor Ort neu gestartet werden. Eine Onlineanbindung gab es nicht. Selbst für den Export der Buchhaltungsdaten musste ein Mitarbeiter zum Automaten gehen. Nachdem sich die Probleme nicht dauerhaft beheben ließen, gab Camping Miller die Technik an den ursprünglichen Hersteller zurück. Gesucht war nun eine Lösung, die stabiler arbeitet, aus der Ferne verwaltet werden kann und Gästen einen einfacheren Aufenthalt ohne vorab festgelegte Abreisedauer ermöglicht.
CampConcept plante den vollständigen technischen Umbau, lieferte sämtliche Komponenten, montierte sie vor Ort und nahm die neue Anlage in Betrieb. Die notwendigen Tiefbauarbeiten führte Camping Miller selbst aus. Wir ersetzten den Kassenautomaten sowie die Ein- und Ausfahrtsäulen, während die vorhandene Schrankenanlage weiterverwendet werden konnte. Den Laserscanner an der Zufahrt ergänzten wir um Induktionsschleifen als Manipulationsschutz sowie eine Kennzeichenerkennung.
Auch die Stromversorgung wurde erneuert. Die alten Verteiler waren teilweise mit Schuko-Steckdosen und mehr als vier Anschlüssen pro Gehäuse ausgestattet. Heute stehen zwischen jeweils zwei Stellplätzen insgesamt zehn CTOWER mit jeweils zwei CEE-Steckdosen und integriertem RFID-Leser. Nach der Einfahrt kann der Gast sein Fahrzeug auf einem beliebigen freien Stellplatz abstellen und anschließend den Stromanschluss sowie die Duschen mit seiner RFID-Karte freischalten.
Bei der Anreise fährt der Gast direkt bis zur Einfahrtsäule. Nach einem Tastendruck gibt die Säule eine RFID-Karte aus und öffnet die Schranke. Eine feste Aufenthaltsdauer oder ein bestimmter Stellplatz müssen nicht mehr vorab gewählt werden. Ein QR-Code auf der Karte führt zur digitalen Gästeregistrierung und zeigt dem Gast während des Aufenthalts seine laufenden Verbräuche und Kosten.
Für eine Zwischenausfahrt aktiviert der Gast die entsprechende Funktion über den QR-Code, begleicht die bis dahin offenen Beträge und hinterlegt seine geplante Rückkehrzeit. Das System hält den Stellplatz reserviert und öffnet die Schranke bei der erneuten Ein- und Ausfahrt automatisch über das erfasste Kennzeichen. Bei der endgültigen Abreise steckt der Gast seine RFID-Karte in den Einzugkartenleser der Ausfahrtsäule. Nach Prüfung der Zahlung zieht das System die Karte zur Wiederverwendung ein und öffnet die Schranke.
Camping Miller verwaltet den Wohnmobilstellplatz heute zentral über das webbasierte Dashboard von CTOOLS. Dort stehen Aufenthalte, offene Positionen, Zahlungen, fehlgeschlagene Zahlungsversuche und Zutrittsprotokolle zur Verfügung. Das bei der Einfahrt erfasste Kennzeichen wird mit der ausgegebenen RFID-Karte verknüpft. Im Supportfall kann das Team einen Gast dadurch allein anhand seines Kennzeichens eindeutig zuordnen.
Über eine JSON-Schnittstelle stellt die Abrechnungstechnik außerdem die Gesamtzahl und die aktuell freien Stellplätze in Echtzeit bereit. Diese Informationen sind auf der Website von Camping Miller eingebunden, sodass Gäste bereits vor der Anreise prüfen können, ob noch ein Stellplatz verfügbar ist. Kameras überwachen das Gelände und hinterlegen in CTOOLS zusätzlich Aufnahmen der Fahrzeuge beim Ziehen und Zurückgeben der RFID-Karte.
Mit dem Umbau entstand ein stabiler automatisierter Wohnmobilstellplatz, dessen Technik online überwacht und verwaltet werden kann. Sollte dennoch eine Störung auftreten, kann das Team einzelne Anlagenteile aus der Ferne neu starten. Fahrten zum Kassenautomaten für Neustarts oder den Export von Buchhaltungsdaten sind im regulären Betrieb nicht mehr erforderlich. Für die Gäste ist der Ablauf gleichzeitig flexibler geworden: Sie wählen weder Stellplatz noch Aufenthaltsdauer im Voraus und bezahlen Strom, Duschen und Aufenthalt gesammelt bei der Abreise.
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